Der Obmann hat das Wort
Vereinspersonalien
Unser Ehrenobmann MR Dr. Josef Lehner ist verstorben
Gattin unseres Ehrenobmannes Tschw. Imhilde Lehner ist verstorben
Hochwasserkatastrophe
Wir stellen vor: Mag. Franz Berndorfer - ein ehemaliger Turnbruder erfolgreich in Brüssel
Schmunzelseite
Gemischtes
50 Jahre Österreichischer Turnerbund 1952 - 2002 - Teil 2

> Die komplette Turnerpresse als PDF-Datei (2,8 MB) <


Der Obmann hat das Wort

Liebe Vereinsmitglieder,
werte Leser!

 

 

Leider war der heurige Sommer ab August für viele von uns nicht mehr sehr erholsam und entspannend, wie es eigentlich im Turnerkalender sein sollte, denn wir hatten Vieles und auch Trauriges zu tun. Hier chronologisch aufgezählt.

Die Jahnwanderung mußte nach 40 Jahren erstmals abgesagt werden - die Jahrhundert-Hochwasserkatastrophe hatte Schuld daran. Uns traf der Wasserguß gleich am ersten Tag und so waren wir nur 25 Kilometer in strömenden Regen bis St. Marienkirchen/Polsenz umsonst gegangen. Leider erwischte das Hochwassser an diesem 12. August auch wieder unser Turnerheim und es standen ca. 70 cm Wasser im gesamten Keller. Gott sei Dank konnten wir die Spielmannszug-Instrumente retten, sodass der Schaden geringer war als vor 5 Jahren. Näheres im Blattinneren.

Anfang September die nächste Hiobsbotschaft. Das Staulager für unsere Ballnachtdekorationen und diverse Utensilien musste innerhalb 6 Tagen geräumt werden ! Ob und wie wir das schafften - siehe unter Gemischtes.

Am 27. September die traurigste Mitteilung für unseren Verein in den letzten Jahrzehnten. Unser Ehrenobmann MR Dr. Josef Lehner verstarb im 86. Lebensjahr. Er war nicht nur Wiedergründer unseres Vereines 1956, sondern 25 Jahre lang Obmann und hatte sich mit dem Bau des Turnerheimes ein Denkmal für die nächsten Generationen gelegt. Ein Woche später, am 4. Oktober wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie der Turnerinnen und Turner aus ganz Österreich zu seiner letzten Ruhestätte gebracht. Über dieses traurige Ereignis informieren ebenfalls einige Seiten unserer Turnerpresse.

Es waren genau 27 Tage nach dem Tode ihres geliebten Mannes, als uns am 24. Oktober während einer Turnratssitzung um 21.00 Uhr die Nachricht vom Ableben unserer lieben Tschw. Immi Lehner ereilte. Sie war die Gattin unseres Ehrenobmannes und stand ihm jahrzehntelang zur Seite. Ganz plötzlich und für uns Alle unerwartet folgte sie unserem geliebten Doc im 81. Lebensjahr nach.

Nach diesen traurigen und unerfreulichen Ereignissen gab es aber auch viel Positives in unserem ÖTB Neumarkter Turnverein seit dem Erscheinen der letzten Turnerpresse. So besuchten wir mit dem Spielmannszug das Deutsche Turnfest in Leipzig, die Judokas entspannten sich nach dem tollen Open-Air-Kampf Anfang Juni auf zwei Lagern und die Tennisabteilung konnte die Ortsmeisterschaft und ihre Turniere abhalten. Die Turnzeiten sind im wesentlichen gleich geblieben, die VorturnerInnen sind nach den Ferien bestens motiviert und freuen sich auf viele Aktive. Ein Dankeschön gleich an dieser Stelle an jene neuen VorturnerInnen, die der Bitte unserer Turnwartin Anneliese Reizl zum Mithelfen nachgekommen sind.

Zur Zeit laufen ja bereits die Vorbereitungen auf das Julschauturnen – unsere jährliche Vereinspräsentation – auf Hochtouren. Beim Lesen dieser Zeilen haben wir auch den Flohmarkt bereits durchgeführt und auch das Dankesfest für unsere Arbeitsbienen schon gefeiert.

Viel Arbeit in den letzten Monaten hatten wir auch wieder mit dem Ausbau unserer Homepage. Nachdem wir versuchen, alles was wir machen, perfekt zu machen, haben wir dies auch bei der Homepage für unseren Verein getan. Mein Verständnis für eine Vereinshomepage liegt nämlich nicht nur in erster Linie in der Information über den Verein (diese geht in der Fülle des Informationsangebotes unter) sondern im Aufbau einer digitalen Chronik des Vereines. Und so haben wir (Tbr. Kohlbauer Rainer aus Münzkirchen und meine Wenigkeit) auch in den letzten Monaten wieder hunderte Seiten in die Homepage gestellt. Freut euch mit uns über diesen wirklich gelungenen Auftritt im weltweiten Computernetz.

Übrigens die Adresse lautet: www.oetb.at/ooe/neumarkt

Zum Schluß meiner Zeilen danke ich wieder ALLEN für ihren Einsatz im ablaufenden Kalenderjahr 2002 und wünsche Euch schon jetzt für das bevorstehende Weihnachtsfest schöne und hoffentlich ruhige Tage im Kreise der Familie. Für 2003 viel Glück und Erfolg, vor allem aber Gesundheit.

Gut Heil
Euer Obmann
Gerald Stutz

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Vereinspersonalien

Alles Gute zum "runden" Geburtstag:
PÖTTINGER Gertrude
WEILHARTNER Lydia
EYBL Karl
ROBATSCHER Siegfried Präs.
NIEDERMAYR Auguste
DAURER Josef
EISTERER Erwin
RACHBAUER Erna
GRUBER Rudolf
STEINBÖCK Fritz
PAUZENBERGER Gottfried
ACHLEITNER Herta
BAUMGARTNER Pauline
HUBER Günter
ZIEGLER Johann
ERNST Erna
PÖTTINGER Johann
BERNDORFER Pauline
ANGERMAIR Liselotte
GEYER Hilde
HÖTZENEDER Anna
KLEINFERCHNER Adi Ing.
DARINGER Josef
MÜLLER Ingo
STUTZ Monika

Über Nachwuchs freuen sich:
ASCHAUER Nicole - Tochter Sarah
LUGER Renate und Herbert - Sohn Manuel

Goldene Hochzeit feierten:
GEYER Alois und Hilde

Allen Turngeschwistern herzlichen Glückwunsch !

       V Wir trauern um -

      Tbr. MR Dr. Josef LEHNER - Ehrenobmann, verstorben im 86. Lebensjahr
      ......Tschw. Imhilde LEHNER, verstorben im 81. Lebensjahr
      Tschw. Juliane WEISSENBERGER, verstorben im 92. Lebensjahr

Ehre ihrem Gedenken !

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Unser Ehrenobmann MR Dr. Josef Lehner ist verstorben

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MR Dr. Josef Lehner:
Ein Leben für den Sport !
Ein Leben für den ÖTB Neumarkter Turnverein !

Als Sohn der Kaufmannseheleute Georg und Elisabeth Lehner erblickte er am 4. Februar 1917 das Licht der Welt. Noch bevor er 1922 in die Volksschule Neumarkt eintrat, besuchte er bereits ein Jahr vorher regelmäßig die Kinderabteilung des ortsansässigen Turnvereines. Im Jahre 1927, nach Beendigung des Volksschulbesuches, ging er in das Gymnasium nach Kremsmünster, wo er auch Internatsschüler war. Durch familiäre Umstände mußte er Kremsmünster verlassen und wechselte 1931 nach Wels. Auch dort erkannte er bald seine Liebe zu verschiedenen Sportarten wie Turnen und Leichtathletik. Aber auch gefährlicheren Hobby wie Segelfliegen und Paddelbootfahren ging er mit größtem Eifer nach. Nachdem er sich einen großen Freundeskreis aufgebaut hatte, mußte er die Stadt nochmals wechseln und kam so in das Realgymnasium nach Steyr, an dem er aber schließlich am 12. Juni 1935 die Matura ablegen konnte.

Ähnlich wie beim Gymnasiumbesuch erging es ihm dann beim Studium als Mediziner. Hier begann er zuerst im Jahre 1935 in Wien und wechselte dann an die Universität nach Innsbruck. In der kargen Freizeit ging er weiter seinen gefährlichen Sportarten nach, hinzu kamen jetzt auch noch Faltboot- und Wildwasserfahren. In der Mindeststudiendauer von 6 Jahren war er einer der besten Medizinstudenten seines Jahrganges und konnte daher am 27. April 1940 zum Doktor der gesamten Heilkunde an der Universität Innsbruck promovieren.

Die Freude währte allerdings nicht lange, denn auch er mußte 1940 in die deutsche Wehrmacht einrücken und erlebte den schrecklichen Weltkrieg als Arzt, teilweise an vorderster Front. Nach der Grundausbildung wurde er in Feldlazaretten in Frankreich, Wien und sogar am Balkan eingesetzt. 1943 besuchte er einen Tropenkurs in Saloniki und wurde daraufhin Leiter der Internen- und Infektionsabteilung im Raume Bihac. Wegen ausgezeichneter Behandlungsergebnisse an Fleckfieberkranken durch neue Methoden wurde ihm die Verleihung des KVK I. und II. Klasse sowie des Zwonimir-Ordens zu teil.

Trotz der Kriegswirren, die in ganz Europa vorherrschten, konnte er seine langjährige Begleiterin, Imhilde Siegerist am 23. August 1941 zum Traualtar führen. Ein Jahr später kam der ersehnte Nachwuchs, Sohn Sepp-Dieter zur Welt, der in die Fußstapfen seines Vaters als Arzt schlüpfte.

Den Kriegsdienst beendete er im Jahre 1945, als er am 26. Mai zu Fuß nach Neumarkt heimkehrte. Wegen einer schweren Krankheit mußte er allerdings sofort in das Lazarett Bad Schallerbach eingeliefert werden. Sein starker Lebens- und Arbeitswille machte es möglich, daß er bereits am 1. September wieder Dienst an der Menschheit machen konnte und er begann in der Frauenklinik in Wels.

Am 1. Juni 1946 wurde die Stelle eines praktischen Arztes in Kallham frei, um die er sich erfolgreich bemühte. Nicht nur daß er bald daraufhin Gemeindearzt wurde, er fungierte auch jahrzehntelang als Bahnarzt von Neumarkt und Kallham und war darüber hinaus jahrelanger Bezirksdelegierter des Wirtschaftlichen Verbandes der Ärzte des Bezirkes Grieskirchen

Im Jahre 1946 wurde Sohn Helwig geboren, der später als Magister Gymnasiumprofessor in Wels wurde. Und auch eine Tochter rundete 1947 das Familienglück ab, auch sie wurde Magister an einem Gymnasium in Wels.

Nicht nur die Arbeit als Arzt füllte sein Leben aus, auch bei der Wiedergründung des Neumarkter Turnvereines war er maßgeblich beteiligt und führte diesen Großverein von 1970 - 1994 erfolgreich als Obmann.

Für seine Engagement als Arzt bekam er am 10. Jänner 1968 den Titel Medizinalrat verliehen. Auch die Gemeinde Kallham würdigte seine Verdienste als Gemeindearzt und verlieh 1981 den Ehrenring der Gemeinde. Ein Jahr später, am 1. April 1982 folgte der wohlverdiente Pensionsantritt.

Ab diesem Zeitpunkt nützte er die Zeit, um sich in der Gemeinde Neumarkt ein Denkmal zu setzen, von dem die Jugend noch in Jahrzehnten sprechen wird. Er baute mit seinem Turnverein ein Vereinsheim mit Tennisplätzen, Leichtathletikanlagen, Gymnastikhalle usw., welches einen Zeitraum von 10 Jahren beanspruchte. Mit ein Umstand für die Verleihung der höchsten Auszeichnung in einem Turnerleben, nämlich Ehrenobmann eines Vereines zu werden, welcher er seit 1994 war. Rund 15 verschiedene Sport- und öffentliche Ehrungen geben ein weiteres Indiz für die Opferbereitschaft dieses Menschen an die Gesellschaft ab.

MR Dr. Josef Lehner mußte viele schwere Krankheiten und Operationen über sich ergehen lassen. Seit 17. Dezember 2001 war er an das Bett gefesselt und lag viele Wochen im Krankenhaus. Am 4. September 2002 holte ihn seine Familie nach Hause. Nach qualvollen letzten Tagen schlief er am 27. September 2002 trotz allem unerwartet friedlich ein.

Durch seinen Tod verlor die Familie einen treusorgenden liebevollen Ehemann, Vater und Großvater. Der österreichische Sport und insbesonders das Turnen verlor einen vorbildlichen Sportfunktionär, der für Viele ein Vorbild war. Der ÖTB Neumarkter Turnverein verlor mit seinem Ehrenobmann nicht nur einen Wiedergründer des Vereines sondern den Initiator und Erbauer seines größten Besitzes - des Turnerheimes am MR Dr. Josef Lehner-Platz Nr. 1. Er wird uns in seinem Turnerheim sehr fehlen. Als letzte Ehre für unseren "Doc" hielt sein Verein, sein Totenmahl am Freitag, den 4. Oktober 2002 in seinem Turnerheim ab.

G.S.

Turnerischer Lebenslauf:
1921 Eintritt in die Kinderabteilung des ÖTB Neumarkter Turnvereines
1931

Mitglied im Welser Turnverein 1862: Turnen, Leichtathletik, Segelfliegen, Paddelbootfahren

1935

Mitglied im Innsbrucker Turnverein: Turnen, Leichtathletik, Faltboot, Wildwasser

1956 Wiederbegründer des Neumarkter Turnvereines - Obmann-Stv.
1961 Bezirksobmann des 5. Turnbezirkes Ried und Mitglied des Gauturnrates
1962 2. Gauobmann-Stellvertreter des ÖTB OÖ
1963 Initiator des Redewettbewerbes
1966 ÖTB-Abzeichen auf seinen Antrag eingeführt
1966 1. Bundesobmann-Stellvertreter des ÖTB
1970

Obmann des ÖTB Neumarkter Turnvereines
Initiator der Bundesturnschule in Ried

1976 Grundkauf von 3 Vorbesitzern für Tennisplätze und Turnerheim
1976 - 1977 Bau von 2 Tennisplätzen
1977 Ehrenmitglied des ÖTB Neumarkter Turnvereines
6.8.1977 Einweihung der 2 Tennisplätze, Spatenstich für Turnerheim
1981 Garagenbau beim Turnerheim
1982 Bau des 3. Tennisplatzes
27.08.1983 Einweihung des Turnerheimes
1984 3. Bundesobmann-Stellvertreter des ÖTB
1987

Beginn Turnerheimanbau (Bühne)
Pachtvertrag über Jahnwiese mit Gemeinde (20 Jahre)

22.4.1989 Eröffnung und Einweihung des Turnerheimanbaues
1994 Ehrenobmann des ÖTB Neumarkter Turnvereines

 

Ehrungen:
1968 Medizinalrat
1972 Ehrennadel des oö Fachverbandes für Turnen
1975 Silbernadel des Schleswig HolsteinischenTurnverbandes
1977 Ehrenmitglied des ÖTB Neumarkter Turnvereines
1980 Ehrennadel des ÖTB
1981 Ehrenring der Gemeinde Kallham
1984 Landessportehrenzeichen in Silber
1985 Goldenes Ehrenzeichen des ÖTB
1989 Silbernes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich
1989 Landessportehrenzeichen in Gold
1990 Konsulent der oö Landesregierung für Sportwesen
1992 Ehrenring und Ehrenmitglied des ASVOÖ
1994 Ehrenobmann des ÖTB Neumarkter Turnvereines

Nachruf unseres Bundesobmannes Konsulent Günter Atzmanninger am Begräbnis

Liebe Angehörige
Geschätzte Trauergäste
Liebe Turnerinnen und Turner

Im Namen der ÖTB Turnerinnen und Turner aus ganz Österreich nehme ich als Bundesobmann des ÖTB Abschied von Tbr. Med. Rat Dr. Josef Lehner.
Ein Leben für das Turnen, ein Leben für den Sport
Mitglied des Landessportrates der oö. Landesregierung,
Vizepräsident des Allgemeinen Sportverbandes Oberösterreich
Bundesobmannstellvertreter des ÖTB
Obmannstellvertreter des ÖTB Oberösterreich
Bezirksobmann des 5. ÖTB Turnbezirkes Grieskirchen
Obmann und Ehrenobmann des ÖTB Neumarkter Turnvereines.

Diese Auflistung, so meine ich, unterstreicht, mit welchem Engagement er sich für die Menschen seiner näheren Heimat Neumarkt-Kallham, seines Bezirkes, Oberösterreichs und darüber hinaus als Bundesobmannstellvertreter in ganz Österreich einsetzte.

Hier in Neumarkt-Kallham setzte er sich neben dem ideellen Wert durch ein ausgezeichnetes Vereinsleben mit der Schaffung der beispielhaften Vereinsliegenschaften ein weithin sichtbares Denkmal, das auch für künftige Generationen ein Erinnerungsmal an den großartigen Obmann Tbr.Med. Rat Dr. Lehner sein wird.

Der ÖTB, die Turnerinnen und Turner Österreichs, sind ihm im höchsten Maß zu Dank verpflichtet, denn er war der treibende Motor und Verhandler, dass es zur Einrichtung der ÖTB Bundesturnschule in Ried kam. Eine Einrichtung um die uns heute alle anderen beneiden.

Ein Weitblick des Verstorbenen vor nun schon 33 Jahren, der uns in so hervorragender Weise die fachlich qualitative Ausbildung der Vorturnerschaft und damit den wachsenden Fortbestand des ÖTB sicherte.

Er war im Allgemeinen Sportverband Oberösterreichs hoch anerkannt als Fachmann, der die Sorgen und Nöte der Mitgliedsvereine als selbst an der Basis wirkender Funktionär bestens kannte.

Er war es auch, der zusammen mit seinen Präsidentenkollegen die gute Gesprächs- und Arbeitsbasis zwischen ASVOÖ und ÖTB herbeiführte. Als Vereinsamtswalter des ÖTB freute man sich darüber, wenn er mit seinem – ich sage es ASVÖ-Präsidentenfreund Konsulent Altenstrasser – eine Vereinsveranstaltung mit der Anwesenheit auszeichnete.

Die Berufung in den Landessportrat der Landesregierung Oberösterreichs sowie die Ernennung zum Konsulenten für Sportwesen sind Ausdruck dafür, dass Tbr. Med. Rat Dr. Lehner nicht nur im Vereins-und Verbändewesen hohe Anerkennung und Wertschätzung fand, sondern man auch im sogenannten öffentlichen Sport um seine Mitarbeit bat.

Eine Vielzahl von Auszeichnungen, die er im Laufe seines Lebens zuerkannt erhielt, unterstreicht seine verdienstvolle Arbeit. Die Ehrungen reichen vom Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, Landes-,Gemeinde- Verbandsauszeichnungen bis zur Ehrenobmannschafternennung in seinem ÖTB Neumarkter Turnverein, in dem 1921 in der Kinderabteilung seine turnerische Laufbahn begann.

Turner, Leichtathlet, Segelflieger, Paddelbootfahrer, Wildwasserfahrer usw. mit turnerischen Zwischenstationen beim Welser Turnverein 1862 während des Gymnasiumsbesuches in Wels, Innsbrucker Turnverein während des Medizinstudiums und dann einer der Wiederbegründer des Neumarkter Turnvereines.

Liebe Angehörige, liebe Turnschwester Imhilde Lehner, auf all diesen Stationen seines turnerischen Lebens hast du ihn begleitet. Du weißt am besten abzuschätzen, welche Opferbereitschaft dein Mann für die Mitmenschen an den Tag legte. Auch dir haben wir großen Dank abzustatten.

Ihr Kinder habt dies alles miterlebt, ihr Enkelkinder teilweise mitgelebt und aus den Erzählungen von ihm selbst oder in der Familie erfahren.

Persönlich bin ich mit ihm außer bei üblichen turnerischen Anlässen auch einige Male in dem Zeitraum zusammengetroffen, als ich im Jahr 1988 als Obmann des ÖTB Oberösterreich um die Mitarbeit am Projekt "ÖTB 2000" bat. Auch er zählte zu dem Personenkreis, der mir damals Mut und Anregungen gab, die ÖTB-Verbandsgestaltung so voranzutreiben, dass sie im Jahr "2000" den Bedürfnissen der Vereine und ihrer Mitglieder entspricht.

Ich durfte auch damals gelegentlich Gast in seinem Hause sein.

Ein Leben für das Turnen, ein Leben für den Sport

So leitete ich mein Gedenken an Tbr. Med. Rat Dr. Lehner ein. So will ich meine ehrenden Worte mit dem Dank im Namen aller, die mit ihm ein Stück des Weges in diesem Bereich geteilt haben, aber insbesondere im Namen des ÖTB schließen.

Gut Heil !

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Gattin unseres Ehrenobmannes Tschw. Imhilde Lehner ist verstorben

Tschw. Imhilde Lehner:

Nur 27 Tage nach dem Ableben ihres geliebten Gatten, verstarb am 24. Oktober im 81. Lebensjahr unsere Tschw. Imhilde Lehner. Sie wurde am 19. Februar 1922 als Tochter des Dentisten Alexander SIEGERIST und seiner Gattin, der Volksschullehrerin Katharina SIEGERIST, in Linz geboren.

Nach Beendigung ihrer schulischen Ausbildung lernte sie ihren zukünftigen Mann Dr. Josef LEHNER kennen. Im August 1941 heirateten die beiden. Sie führten eine überaus glückliche Ehe und waren immer füreinander da. Aus dieser Verbindung gingen 3 Kinder hervor.

Jahrzehntelang war sie ihrem Gatten eine treusorgende Ehefrau, ihren Kindern und Enkeln eine liebevolle Mutter und Großmutter.

Beruflich stand sie ihrem Mann immer zur Seite, assistierte oft in der Ordination, bestrahlte vormittags Patienten, kümmerte sich um die Buchhaltung, die Abrechnung und den Schriftverkehr. Sie war bei den Patienten sehr beliebt.

Weiters unterstützte sie ihren Mann beim Aufbau des ÖTB Neumarkter Turnvereines, war selbst 1956 Gründungsmitglied, zeigte viel Verständnis für seine Vereinstätigkeiten und war selbst jahrelang als Vorturnerin tätig. Auch als erfolgreiche Wettkämpferin war Tschw. Lehner jahrelang für den ÖTB Neumarkter Turnverein aktiv. Im Jahre 2000 erhielt sie für ihre jahrzehntelange Treue zu ihrem Verein das goldene Ehrenzeichen für 60- jährige Mitgliedschaft.

Über Monate hinweg pflegte sie ihren schwerkranken Mann aufopfernd bei Tag und bei Nacht. Ihre eigene Krankheit nahm sie geduldig und ohne zu klagen auf sich.

Ganz plötzlich und für uns Alle unerwartet starb sie nur 27 Tage nach dem Tode ihren geliebten Mannes am 24. Oktober im 81. Lebensjahr.

G.S.

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Hochwasserkatastrophe

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12. August 2002

Dieses Datum werden viele Menschen in unserem Land und speziell im Raum Perg, Steyr und Schärding so schnell nicht vergessen. Wassermassen verwandelten Felder in kilometerlange Seen. Bäche wie die Aschach oder der Ziehbach wurden zu wilden Flüsse, die kleine Brücken mitrissen. Einige Ortschaftten waren nur noch auf dem Wasserweg erreichbar. Diese größte Hochwasserkatastrophe in diesem Jahrhundert trat binnen weniger Stunden auf und war in noch gewaltiger als vor 5 Jahren. Die ganze Nacht hat es wie wild gegossen, sodaß auch die Felder in der Umgebung kein Wasser mehr aufnehmen konnten. Leider wurde auch unser Turnerheim vom Gemeindekanal und von der "wild gewordenen Aschach" heimgesucht und verursachte große Schäden:

- die Tennisplätze wurden komplett überflutet und der Zaun dementsprechend beschädigt
- alle Kellerräume inkl. dem Spielmannszug-Probelokal wurden max. 70 cm überschwemmt
- einige Musikinstrumente bei den SOG konnten nicht mehr gerettet werden
- die Furnier bei einigen Kellertüren löste sich
- einige Fußböden (PVC) schwammen herum
- das Mauerwerk fing "zu blühen " an
- Teile vom Flohmarktlager waren zu entsorgen

Alles in Allem beliefen sich unsere geschätzten Schäden auf ca. € 17.000,--, die natürlich sofort beim Katastrophenfonds eingereicht wurden und im Gegensatz zu 1997 aber Gott sei Dank geringer ist.

Während das Wasser mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Turnerheim gepumpt wurde, begannen auch gleich die Aufräumarbeiten. Hier zeigte sich wieder einmal das Zusammengehörigkeitsgefühl unseres Vereines. Obwohl an die 50 Turngeschwister noch immer im strömenden Regen auf der Jahnwanderung unterwegs waren, kamen 7 Turngeschwister ab 10.00 Uhr zusammen und Raum für Raum wurde ausgeräumt und grob gesäubert. Es wurde fast Mitternacht, bis sich die Erschöpfung einschlich und die Arbeit beendet wurde. Auch die Tennisabteilung hatte die nächsten Tage viel zu tun, mußte doch der gesamte Belag abgetragen und neu besandet werden. Und das kurz vor der Ortsmeisterschaft.

Im Laufe der letzten Monate haben wir fast alle Schäden repariert, wenngleich auch die Mauerschäden noch lange sichtbar bleiben werden.

Für die nächste Hochwasserkatastrophe werden wir uns rüsten und dementsprechende bauliche Vorkehrungen treffen.

Folgende Fotos sollen das Ausmaß der Katastrophe vom 12. August in unserem Turnerheim dokumentieren:

G.S.

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Wir stellen vor: Mag. Franz Berndorfer - ein ehemaliger Turnbruder erfolgreich in Brüssel

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Lageinformation aus Brüssel

Nach meinem letzten Besuch Anfang Juli dieses Jahres bei meiner Mutter in Neumarkt hat mich Obmann Gerald Stutz ersucht, als ehemaliges Turnvereinsmitglied (Judo, Tennis) einige Zeilen zu meinem "Verbleib" zu verfassen. Der nachfolgende kurze Beitrag kommt direkt aus Brüssel, wo ich seit 1. März 2001 meinen Dienst versehe.

Nach Ablegung der Matura im Juni 1980 in Ried begann ich meine militärische Laufbahn als Einjährig-Freiwilliger in Steyr. Mit Eintritt in die Theresianische Militärakademie im September 1981 in Wr. Neustadt erfolgte die Ausbildung zum Berufsoffizier, die ich im Herbst 1984 erfolgreich abschließen konnte. Danach verdiente ich als Leutnant meine ersten Sporen in Wels. In diesem Jahr heiratete ich meine langjährige Freundin Gabi, 1986 kam unsere Tochter Anja zur Welt. Dienstlich wechselte ich 1985 nach Hörsching, wo ich 6 Jahre als Kommandant einer Infanteriekompanie meinen Dienst versah.

1991 vollzog sich, nach erfolgreichem Auswahlverfahren, mit dem Eintritt in den 13. Generalstabslehrgang militärisch und privat ein großer Einschnitt. Das Weggehen von der Truppe hin zu operativ-strategischer Ausbildung war doch eine gewaltige Umstellung und persönliche, familiäre Herausforderung zugleich. Nicht nur der große Lernaufwand (mit damals 30 fällt das Strebern doch ungleich schwerer als mit 15), sondern auch die neuerliche Trennung von der Familie für weitere 3 Jahre waren die Folge. Nach dem Motto "einmal entschieden, gibt es kein Jammern" schloss ich die Ausbildung im Oktober 1994 als Major des Generalstabdienstes (dG) ab.

Mit meinem anschließenden Dienstantritt im Heeres-Nachrichtenamt, einer nachgeordneten Dienststelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung, erfolgte der nächste große Einschnitt im privaten Umfeld. Dank der Flexibilität meiner Familie wechselte ich den "Gefechtsstand" von Wels nach Wien. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten (Wien ist anders) lebten wir uns aber relativ schnell ein. Eine schöne Wohnung mit Garten im 23.Bezirk hat diesen Prozess doch wesentlich erleichtert. Beruflich habe ich mich seit diesem Zeitpunkt mit sicherheitspolitischen Fragen und deren Auswirkungen auf Österreich (Stabilität von Staaten und Regionen, neue Bedrohungsfaktoren wie Terrorismus oder Fundamentalismus etc.) auseinandergesetzt. Zu diesem Zweck begann ich 1993 auch das Studium der Politikwissenschaft an der Universität Wien, welches ich 1997 erfolgreich abschließen konnte. Auch dies war wiederum nur mit Unterstützung der Familie möglich, da viele Abende und Wochenenden dem Lernen zum Opfer gefallen sind.

1999 ging es im Rahmen meiner Truppenverwendung als Generalstabsoffizier wieder kurzfristig in meine unmittelbare Heimat zurück. Mit der Führung des Panzergrenadierbattaillons 13 in Ried wurden wieder Erinnerungen an meine Jugendzeit geweckt.

Die Entwicklung der Europäischen Union (EU) im Rahmen der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und die Herausbildung von verteidigungspolitischen Aspekten (Festgeschrieben im Vertrag von Maastricht) führten dazu, dass ich mit 1. März 2001 als Oberst dG nach Brüssel versetzt wurde. Meine Familie übersiedelte nach Beendigung des Schuljahres im Juli. Dort arbeite ich seither in internationaler Funktion als Abteilungsleiter im Militärstab der EU, der sich mit Fragen der Umsetzung von politischen Vorgaben in verteidigungsrelevante Planungen befasst. Dies sind Schritte, die die EU weg vom Image der "Union von Kaufleuten" hin zur umfassenden Sicherheitsunion bringen soll. Meine Dienstverwendung in Brüssel endet mit 31. August 2003. Danach kehre ich wieder nach Wien zurück.

Auch dem Sport habe ich natürlich nicht den Rücken gekehrt. Meinen Kimono gibt es zwar noch, aber ich habe mich auf das Laufen (besser joggen) konzentriert, das für mich Stressbewältigung und Erholung zugleich bedeutet.

Ich hoffe, mit diesem kurzen Überblick vor allem Denjenigen, die mich noch aus meiner Neumarkter Zeit kennen, einige Informationen übermittelt zu haben. Meine Verbindung zu Neumarkt ist natürlich durch meine Mutter und meinem Bruder Norbert weiterhin gegeben. Gerald dürfte es freuen, dass meine Mutter ja nächstes Jahr nach der Pensionierung Kapazitäten frei setzen wird, die im Verein genutzt werden können.

Abschließend wünsche ich dem Neumarkter Turnverein alles Gute hinsichtlich weiterer Entwicklungen. Dies dürfte unter der Führung von Gerald, der die Geheimnisse der Organisations- und Führungslehre offensichtlich beherrscht, und dem notwendigen Teamgeist im Verein mit Sicherheit gelingen.

Euer Franz Berndorfer

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Schmunzelseite

Die ÖAMTC-Zeitschrift berichtet über sinnvolle Verkehrszeichen in Österreich

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Gemischtes

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Unser Dekolager in Lehen muß geräumt werden !!!!!!!!!!!

Eine größere Hiobsbotschaft konnte uns Anfang September nicht erreichen. Jahrelang konnten wir dankenswerterweise das alte Büro- und Wohngebäude der ehemaligen Ziegelei und Mühle Duswald als Staulager für unsere Ballnachtsdekorationen und für diverse Utensilien verwenden.

So lagerten wir unsere Bars und Hütten ein, die transportablen Teile unserer Ballnächte sowie jene Gegenstände, die wir im Laufe der letzten 10 Jahre sammeln konnten. Auch Teile des ehemaligen Gasthofes "Zur Post", dessen Einrichtung wir vor einigen Jahren kauften, wurden in Lehen gelagert. In Summe waren es 12 Räume, die wir von unten bis oben angefüllt hatten und das kostenlos. Ein Dank daher an dieser Stelle der Firma Eder aus Bruck, die Eigentümer der Ziegelei und Mühle sind.

Durch Kommunikationsprobleme hieß es dann in nur 6 Tagen, wir müssen diese große Anzahl von Gegenständen räumen, da das Gebäude abgerissen wird. Was nicht entfernt wird, wird entsorgt. Dieser kleine Trost, half uns hinweg, ca. 20 % der Utensilien zu entsorgen. Trotzdem mußte in nur zwei Tagen ein Arbeitskommando aufgestellt, die Transportmöglichkeiten überlegt und bestellt werden und das wichtigste und schwierigste - eine neue Lagerstätte gefunden werden.

An zwei Abenden halfen dann immer über 10 und untertags immer 5 Turngeschwister unter der Einsatzleitung von Ernst Helfried zusammen, dieses vorerst unmögliche Vorhaben durchzuführen. Leider mußten wir uns dafür beim Anturnen entschuldigen und eine Turnratsitzung verschieben.

Die Gegenstände wurden auf 59 Paletten aufgeteilt und in der Halle der ehemaligen Firma Riener zwischengelagert. Dort können sie nur so lange bleiben, bis die Halle verkauft wird. Das heißt, eine Endlösung muß noch gefunden werden (hoffentlich nicht so schnell !!!!!).

Dank der perfekten Vorbereitung und der kameradschaftlichen Gemeinschaft haben wir diese Hiobsbotschaft auch wieder über die Bühne gebracht und hoffen, bei der nächsten Übersiedelung etwas mehr Zeit zu haben.

G. S.

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50 Jahre Österreichischer Turnerbund 1952 - 2002 - Teil 2

50 Jahre Österreichischer Turnerbund 1952 - 2002

Das heurige Jubiläumsjahr steht ganz im Zeichen der Neugründung der ÖTB-Turnvereine am 6. Juli 1952 in Wels im Pollheimer Schlössl. Grund genug, die Hintergründe unserer einzigartigen Turnbewegung nach Turnvater Jahn ein wenig zu beleuchten. In einer 2-teiligen Serie wurde in der letzten und wird in dieser Ausgabe der "Neumarkter Turnerpresse" unser Turnen historisch betrachtet und erläutert, bzw. all jenen Turngeschwistern, die bisher nur wenig mit dem Begriff "Jahn´sches Turnen" anfangen konnten, näher gebracht.

Ein Dank an den Turnverein Grieskirchen, Tschw. Eva Franz, für die Zuverfügungstellung der Daten.

TEIL I - in der letzten Ausgabe

1. Geschichte unseres Turnens
2. Friedrich Ludwig Jahn – seine Person – 2002, sein 150. Todestag
3. "Die deutsche Turnkunst" zur Einrichtung der Turnplätze
dargestellt von F.L. Jahn und Ernst Eiselen, Berlin, 31. 3.1816, Selbstverlag der Herausgeber
4. Neugründung des ÖTB im Jahre 1952
Leitsätze des ÖTB - Satzungen - Gliederung und Organisation

TEIL II - in dieserAusgabe

1. Jahn´sches Turnen heute: 
Der Mensch im Mittelpunkt
Turnen ist "mehr"
Turnen in der Gemeinschaft
Turnen und heimisches Brauchtum
Turnen – Fachkompetenz aus der Bundesturnschule
2. Veranstaltungen des ÖTB

bundesweit, landesweit, im Bezirk und Verein
3. Wettkämpfe im ÖTB
4. Jugend im ÖTB

50 Jahre Österreichischer Turnerbund 1952 - 2002

1. Jahn´sches Turnen heute

Der Mensch im Mittelpunkt

"A Mensch mecht i bleim" - auch Wolfgang Ambros hat sich darüber vor 20 Jahren Gedanken gemacht, und viele Leute im Turnerbund ebenfalls. Im Mittelpunkt soll immer der Mensch stehen. Deshalb hat das Turnen auch nichts mit Vermarktung, Leistungs- und Profisport oder Sach- und Geldleistungen zu tun - wie man es oftmals in den Medien miterlebt. In den Turnvereinen wird man immer ein wenig Familienatmosphäre vorfinden. Die ehrenamtliche Tätigkeit der Vorturner setzt einen gewissen Anteil an Idealismus voraus und aber auch die Bereitschaft für andere Menschen da zu sein, sein Wissen weiterzugeben, sich um die Gruppe zu kümmern. Vertrauen und Zuwendung sind notwendig - gegenseitige Toleranz - Rücksichtnahme. Das sind Dinge, die es ausmachen "Mensch zu bleiben" und, die es möglich machen, sich gegenseitig zu akzeptieren. In den Reihen der Turner wird es selten jemand geben, der sich aufgrund seines beruflichen oder wirtschaftlichen Standes anders verhält, als seine übrigen Turngeschwister. Und jeder wird immer die Eigenheiten des anderen berücksichtigen und tolerieren - die Grundprinzipien einer Gemeinschaft.

Turnen ist "mehr"

Turnen ist der Kernpunkt der ÖTB-Verbandstätigkeit. Der Name "Turnerbund" bringt es zum Ausdruck. Mit dem Begriff Turnen verstehen wir jedoch nicht nur das Gerätturnen. Alle Formen der Leibesübung sind damit gemeint, und jeder Vorturner ist darauf bedacht, diese auf die Fähigkeiten der einzelnen Turngeschwister anzupassen. "Jeder" soll in der Turnstunde mitmachen können und körperlich sowie geistig davon profitieren. Dem Turnen am Gerät als Grundschule der Leibeserziehung ist aber die vorrangige Stellung eingeräumt. Dadurch werden die Wesensart und die Persönlichkeit gerade junger Menschen mitgeformt und mitgeprägt. Selbstverständlich beharrt der ÖTB auf das Gerätturnen als unverzichtbare Grundlage der Leibeserziehung und sämtlicher Sportarten. Gymnastik, Tanz, Aerobic, Leichtathletik, Schifahren, Ball- und Mannschaftsspiele, um einige wenige Sportarten zu nennen, sind die ideale Ergänzung und Fortführung zur Grundschule des "Gerätturnens" und können in den Turnvereinen genutzt werden. Es liegt dann an jedem Einzelnen, die Vielfalt des Turnens weiterzuführen und welche Leistung auch immer damit zu erbringen. Breitenturnen ist in erster Linie an Bedeutung für den Turnerbund - aber auch Leistungsturnen in Form von intensiven Training für besonders interessierte und talentierte Jugendliche wird gepflegt.

Turnen in der Gemeinschaft

Schon im Kinderturnen wird in spielerischer Form und durch das Vorbild der Vorturner vermittelt, dass etwas nur dann sinnvoll und für jeden lustig durchgeführt werden kann, wenn gewisse Spielregeln und eine Form der Ordnung in der Gruppe eingehalten werden. Somit lernen die Kinder "sich in die Gemeinschaft" einzuordnen und dabei das Turnen zu lernen bzw. in spielerischer Form erste Turnübungen . Diese Riegenordnung ist auch eine Voraussetzung dafür, dass der verletzungsfreie Ablauf der Turnstunde gewährleistet wird. Was für den Vereinsbetrieb gilt, hat natürlich auch Gültigkeit für alle Wettkämpfe, Feste und Feiern des ÖTB, wo stets viele Turner aufeinandertreffen.

Turnen und heimisches Brauchtum

    

Einer der Leitsätze besagt, dass der ÖTB bzw. seine Mitglieder das überlieferte deutsche Volkstum in Österreich pflegt und erhält. Damit wollen wir uns unsere Herkunft bewusst machen und unser Brauchtum pflegen. Nicht nur dass wir Lieder aus unserer Heimat singen oder Volkstänze tanzen. Dazu gehört ebenso, die Erkundung der Natur, unserer Berge und Seen in Form von Ausflügen und Wanderungen. Oder die Auseinandersetzung mit der Kultur verschiedener Städte, in denen Turnfeste abgehalten werden, in Form eines Rätsellaufes. Ebenso das Feiern von Sonnenwende im Sommer oder im Winter. Volkstum und Brauchtum gehören zur menschlichen Lebensart. In Zeiten wie diesen, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, woher man kommt und wer man ist. Nur so kann man auch offen werden für andere Kulturen was in unserer Zeit sehr von Bedeutung ist! Die kulturelle Vielfalt machen die Welt zum Erlebnis und den unmittelbaren Lebensraum von Generationen zur Heimat.

Turnen - Fachkompetenz aus der Bundesturnschule

Neben all den Dingen, die das Turnen im Österreichischen Turnerbund ausmachen, ist ohne Zweifel eine fundierte Vorturnerausbildung das Wichtigste für den Verein und den turnerischen Ablauf. Dazu werden in der Bundesturnschule in Ried Lehrgänge verschiedenster Art angeboten, bei denen Vorturner aus- und fortgebildet werden. Höchst qualifizierte Lehrkräfte stehen dabei zur Verfügung. Prüfungen bilden meist den Abschluss so eines Kurses. Über 30 Jahre schon gibt es diese Institution, derzeit unter der Leitung von Turnbruder Diplom-Sportlehrer Kurt Gruber.

 

2. Veranstaltungen des ÖTB

Der Mensch im Mittelpunkt – heißt es beim Jahn´schen Turnen - Und "Turnen ist Mensch-Sein" das heißt, die menschlichen Werte, stehen an erster Stelle, das heißt auch, Breitensport ist das Um und Auf im Turnerbund. Schon F.L. Jahn vereinte dies alles bei seinen Turnausflügen und Turnfesten. Viele Menschen kamen zusammen um gemeinsam Leibesübungen und Turnspiele zu machen. Auch heute ist dieser Brauch das Wichtigste im ÖTB. Turnfeste sind die Höhepunkte eines Turners – Vereinsmannschaften werden aufgestellt und oft ein ganzes Jahr lang gemeinsam trainiert und vorbereitet. Dies stärkt nicht nur den Körper, sondern auch die Vereinsgemeinschaft. Das Vereinsleben blüht auf, Jugend wächst im Verein heran und begeistert sich für diese Turnfeste. Ein Kreislauf, der den Fortbestand der Vereine in unserer heutigen schnelllebigen Zeit garantiert. Veranstaltungen im ÖTB gibt es zur Genüge – das fängt natürlich auf Vereinsebene an und richtet sich danach, wie rührig die Vereinsleitung in solchen Dingen ist. Weiter geht es auf Bezirksebene, Landesebene und Bundesebene:

Bezirksturnfest  in einem Bezirksort richtet ein Bezirksverein ein Turnfest für
alle Bezirksvereine aus – es gibt Einzelwettkämpfe in Turnen
Leichtathletik, Mannschaftsspiele, wie Volleyball, oder ähnl.
Tennis oder andere Sportarten, - dann gibt es gesellschaftliche
Höhepunkte, wie Schauturnen, Volkstanzfest oder ähnliche Veranstaltungen – je nach Verein

Landesturnfest

findet in einer größeren Vereinsstadt statt, wird vom Verein,
gemeinsam mit der Landesleitung ausgerichtet, dauert meist
4 bis 5 Tage
angeboten werden sämtliche Einzelwettkämpfe in Turnen,
Leichtathletik oder Schwimmen, gemischte Mehrkämpfe sowie
Mannschaftswettkämpfe für Jugendliche und Erwachsene.
Höhepunkt der Wettkämpfe ist bei der Jugend der Wimpel-
wettstreit – hierbei kann der Landesjugendwimpel gewonnen
werden, der wie ein Wanderpokal an die Siegermannschaft
weitergegeben wird. Inhalt des Wimpelwettstreites: Burschen
und Mädchen im Alter bis zu 18 Jahren turnen am Gerät,
Leichtathletik, Schwimmen, Rätsellauf, sowie das Singen und
Volkstanzen
Höhepunkt bei den Erwachsenen ist das Vereinswettturnen –
hierbei stellt der Verein je nach Größe in verschiedenen Stärke-
klassen eine Männer- oder Frauenmannschaft, es wird am Gerät
geturnt, weitere Disziplinen sind Singen, Gymnastik sowie die
vorgegebenen "Festfreiübungen" – eine Gymnastik mit oder
ohne Handgerät, die bei der Schlussveranstaltungen von allen
Turnfestteilnehmern gemeinsam vorgeführt wird.
Weiters gibt es dann natürlich zahlreiche andere Mannschafts-
wettkämpfe, Ballspiele, Jedermannwettkämpfe, jugendliche
Erlebniswelt, Festbühnen, Schauabende, Volkstanzfeste, uvm.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Großkonzert der Spielmanns-
züge, denn auch für die Spielmannszüge gibt es Wertungs-
musizieren und Spielen in Gruppen – kurz gesagt: so ein Turn-
fest besteht aus 4 Tagen voller Höhepunkte im Kreis vieler
Turngeschwister, jung und alt aus sämtlichen Vereinen eines
Bundeslandes, bzw. Turngaues.
Bundesturnfest

wie Landesturnfest organisiert, jedoch für alles Vereine des
Österr. Turnerbundes, bundesweit
Landes- bzw. Bundesjugendtreffen

sind Turnfeste nur für die Turnerjugend, ähnl.
organisiert wie Turnfeste
Jahnwanderung

Sternwanderung aller Landesvereine zu einem Zielort, der
jedes Jahr wechselt – dort bilden alle teilnehmenden Vereine
eine große Zeltstadt für 3 Tage – es werden in freier Natur
Leibesübungen nach F.L. Jahn betrieben – das heißt:
Jahnzehnkampf für Jungturner – hierbei gibt es den Jahnschild
zu gewinnen, ebenfalls ein Wanderpokal – Jahnachtkampf für Jungturnerinnen – sowie Leichtathletik-Dreikampf für Kinder
und Erwachsene (Steinstoß, Lauf, Standweitsprung, weiters
Baumklettern, Hammerwerfen, Schießen, heimatkundl. und
turnfachl. Fragen, Geländelauf

Je nach Landesleitung gibt es in jedem Bundesland noch viele weitere Veranstaltungen, zum
Beispiel Jugendlager, Erlebnistage, wie in OÖ "Jugendactiontage" im Frühjahr und im Sommer und vieles mehr.

 

3. Wettkämpfe im ÖTB

Auf Bezirksebene und Landesebene werden Wettkämpfe in Geräteturnen durchgeführt, nach Ausscheidungsprinzip dürfen die besten eines Bezirksgerätewettkampfes beim Landesgerätewettkampf teilnehmen. Geturnt wird nach einem Breitenturnprogramm, das ähnlich wie das ÖLTA aufgebaut ist: Übungen verschiedener Schwierigkeitsgrade können selbst ausgewählt werden. Deshalb ist es möglich, dass Jugendliche jeder Leistungsstufe daran teilnehmen können. Dann gibt es natürlich für die Kunstturner auch noch ein Leistungsturnprogramm, mit eigenen Landesmeisterschaften. Die besten treten dann auch noch bei den offenen Landes- und Bundesgerätewettkämpfen an.

Bei unseren Wettkämpfen gibt es "nur" eine Urkunde und ein Siegeszeichen zu gewinnen. Der Verein hat für seine Wettkämpfer nur ein Nenngeld zu bezahlen, so dass die Kosten abgedeckt werden können. Jeder teilnehmende Verein hat auch Kampfrichter zu stellen, sonst darf er keine Wettkämpfer melden. Die Kampfrichter müssen natürlich geschult sein. Nur so ist die Durchführung der Wettkämpfe möglich.

4. Jugend im ÖTB

     

Durch die vielen Veranstaltungen, die der ÖTB anbietet, ist es relativ einfach Jugendliche für das Jahn´sche Turnen zu begeistern. Es liegt jedoch immer an den Vorturnern eines Vereines, ob die Jugend auch gerne die Turnstunden besucht und somit überhaupt zu diesen Veranstaltungen kommt. Diese Vereinsjugendarbeit ist demnach das wichtigste im Österreichischen Turnerbund. Die Modernität unserer Zeit fordert die Jugendvorturner natürlich sehr in ihrer Kreativität, noch dazu, wo diese in den meisten Vereinen unentgeltlich arbeiten. Wir wollen der Jugend nicht nur Sport bieten, sondern eben "Turnen ist Mensch sein, Turnen ist mehr!"

Als ÖTB Neumarkter Turnverein mit jahrezehntelanger Erfahrung auf Vereins- und Landesebene ist es uns natürlich immer ein großes Anliegen, dass die Jugendarbeit im ÖTB gut funktioniert. Wir appellieren daher immer an alle Vorturner und Helfer im Verein, einen Beitrag dazu zu leisten und sind jedem dafür sehr dankbar! Eine gute Jugendarbeit stärkt nicht nur den Verein, sondern sichert zum einen auch den Fortbestand des Jahn´schen Turnens, sowie zum anderen auch den jugendlichen Menschen als Persönlichkeit in unserer Gesellschaft!

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